Österreich – Uganda

Andreas Lampl

Am 21. November 2011 erhielt Sarah Wiener in der Promi-Millionenshow folgende Frage: „Die Grundlage der Verfassung welchen Landes wurde in dem kleinen niederösterreichischen Ort Unterolberndorf beschlossen?“ Weder sie noch das anwesende Publikum konnten die Frage korrekt beantworten. Heuer, im Juni 2015, jährte sich dieses Ereignis zum dreißigsten Mal. 30 Jahre, in denen es regen Austausch zwischen Österreich und gesuchtem Land gegeben hat.

Das in der Frage erwähnte Dokument ist das sogenannte „10-Punkte Programm“ oder „Unterolberndorfer Manifesto“ und das gesuchte Land heißt Uganda.

Der Rebellenführer Yoweri Kaguta Museveni hatte seit Jahren mit der NRA (National Resistance Army) gegen das Regime Milton Obotes gekämpft bis schließlich 1985 die Einnahme der Hauptstadt Kampalas in greifbare Nähe rückte. Zuvor sollte aber ein Programm für die Zeit nach der Revolution ausgearbeitet werden. Dazu traf sich Museveni im Unterolberndorfer „Gasthaus zum Grünen Jäger“ mit führenden Oppositionspolitikern, um seine bevorstehende Machtübernahme auf ein solides Fundament zu stellen. Nach der geglückten Eroberung Kampalas am 26. Jänner 1986 wurde das „10-Punkte Programm“ zum Kurzprogramm der Regierung und zum allseits bekannten Begriff in Uganda.

Das Unterolberndorfer Treffen hatte nicht nur Auswirkungen auf Uganda. Es ist Start- und bis heute wichtigster Bezugspunkt der österreichisch-ugandischen Beziehungen. Noch 1986 wurde die Projektgruppe für den Wiederaufbau Ugandas gegründet und die Plattform Österreich – Uganda erstmals einberufen.

Mittlerweile wurde aus der Plattform Österreich – Uganda die Österreichisch – Ugandische Freundschaftsgesellschaft (ÖUF), die sich seit nunmehr 30 Jahren für Uganda und die Intensivierung der österreichischugandischen Beziehungen einsetzt. Dies führte dazu, dass Uganda in den neunziger Jahren zu einem der sieben Schwerpunktländer der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit wurde und auch in Zukunft im Fokus stehen soll.
Mobilität manifestiert sich hier im Austausch von Ideen und der Verschiebung nationaler Prioritäten durch privates Engagement. Nachhaltige persönliche Beziehungen halten die Wege für eine intensive internationale Zusammenarbeit offen.

In den letzten Jahren jedoch zog die Regierung Museveni internationale Kritik auf sich. Der seit immerhin 30 Jahren regierende Präsident hatte sich nach Ablauf seiner zweiten Amtszeit durch einen verfassungsrechtlichen Kunstgriff weitere Amtszeiten ermöglicht und 2014 schwer diskriminierende Homosexuellengesetze unterzeichnet. Entrüstung und die Befürchtung, Museveni könnte sich vom Hoffnungsträger zum Despoten wandeln, werden seither lauter.

In meinem Ausstellungsbeitrag möchte ich mich näher mit der ÖUF beschäftigen. Dazu führte ich mit einigen in der Gesellschaft aktiven Personen Interviews, mit dem Ziel, ihre persönlichen Motive und Erwartungen an die österreichisch – ugandischen Beziehungen zu erfahren und die Funktion des Vereins als Plattform des persönlichen, politischen und kulturellen Austauschs sichtbar und erfahrbar zu machen.

Der/dem BetrachterIn soll die Vielschichtigkeit und Komplexität der intensiven Auseinandersetzung mit der jeweils anderen Kultur, die in der ÖUF stattfindet, nähergebracht und ein Überblick über Motive und Ziele für teilweise jahrzehntelanges Engagement gegeben werden.

Weiterführende Informationen:
http://www.austria-uganda.at/
http://www.uganda.at/
http://www.gasthof-magister.at
https://www.yowerikmuseveni.com/
https://www.youtube.com/watch?v=MuH8tztKdGs
http://www.kuchutimes.com/bombastic-magazine-online-edition/

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